Angebot der ärztlichen Behandlung

Für die medizinische Begleitung und Behandlung sind die Ärzte der Inneren Medizin des Spitals Grabs verantwortlich. Bei schwierigen palliativen Situationen haben die Ärzte die Möglichkeit vom Palliativzentrum im Kantonspital St. Gallen Unterstützung zu erfahren. Eine kontinuierliche (über 24h, jeden Tag) medizinische sowie kompetente Betreuung ist sichergestellt. Auch an Wochenenden und Feiertagen ist eine lückenlose Stellvertretung der Ärzte vorhanden, die mit der Patientensituation im Hospiz vertraut ist. Das medizinische Assistenzpersonal holt sich gewissenhaft bei ihren Ansprechpartnern Hilfestellung, sofern dies benötigt wird.

Aufgrund der hohen fachlichen Expertise des pflegerischen Expertenteams und durch die erfolgten Weiterbildungen des Pflegepersonals ist ein grosser Handlungsspielraum bezüglich medizinischer Interventionen gegeben. Das bedeutet durch die intensive Auseinandersetzung der Pflege und der Medizin über Komplexität und Instabilität der Erkrankungen der Patienten im Rahmen der Visite, wird eine weitest mögliche sowie vorausschauende Interventionsplanung erstellt. Es wird bewusst und gemeinsam überlegt, welche Interventionen zu welchem Zeitpunkt der Erkrankung notwendig sein könnten. Die Ärzte wissen über die hohe pflegerische Expertise des Pflegefachpersonals Bescheid. Auf diese Weise erfolgt eine weitreichende Anordnung von medizinischen Massnahmen, welche dem Pflegefachpersonal einen grossen Handlungsspielraum ermöglichen. So ist es dem Fachpersonal möglich nach dem «HES-Standard – Handlungsempfehlung Sterbephase» (früher Liverpool Care Pathway, LCP genannt) zu arbeiten.

Durch diese vorausschauende und klar dokumentierte Planung (in Bezug auf Blutungen, Schmerzdurchbrüchen, epileptische Anfälle etc.), welche einmal wöchentlich im Rahmen der Visite erfolgt, kann der Krankheitszustand des Patienten mehrheitlich stabil gehalten werden. So bedarf es keiner permanenten ärztlichen Präsenz wie in Spitalstrukturen. Kommt es zu einer instabilen Entwicklung – was sich sehr häufig im Hospiz präsentiert - weiss das Pflegefachpersonal frühzeitig dagegen zu intervenieren. Die notwendigen Behandlungsmittel für palliativmedizinische Komplikationen und Notfälle stehen zur Verfügung und werden im Vorfeld mit dem Patienten und dessen Angehörigen besprochen.